Typische symptome bei aufnahme folgender substanzen

Wichtig: Haben Sie den Verdacht, dass Ihr Tier etwas Giftiges aufgenommen haben könnte, so kontaktieren sie umgehend Ihren Tierarzt. Die Symptome einer Vergiftung sind oftmals unspezifisch und können lebensbedrohlich sein oder werden.

Schokolade (Theobromin, Koffein)

Einsetzen der Symptome typischerweise innerhalb von 1 – 4 Std
Erbrechen, Durchfall, Schwäche, Übererregbarkeit, Krämpfe, Koma

Weintrauben und Rosinen

Einige Weintrauben und Rosinen können innerhalb von 72 Stunden zu Nierenversagen führen.

Nüsse, z.B. Makadamianüsse, Walnüsse, Bittermandel

Schwäche, Apathie (Teilnahmslosigkeit), Erbrechen, schwankender Gang, Muskelzittern

Schimmelpilze, z.B. in Käse

Unruhe, Muskelzittern, Krämpfe, Erbrechen, Koma

Lauchgewächse, z.B. Zwiebeln, Knoblauch, Stangenlauch

Auch giftig: Zwiebelsuppe, Zwiebelpulver

Zunächst Durchfall und Erbrechen, dann Blutarmut (Ermüdung, Apathie, blasse und/oder gelbliche Schleimhäute), Blut im Urin

Rhabarber

Nierenschäden

Süßstoff (Xylitol) z.B. in Kaugummis

Zeichen einer Unterzuckerung (Zittern)

Kochsalz

Durst, Erbrechen, Durchfall und Bauchkrämpfe, Hirnödem, Blindheit, Krämpfe, Koma

Alkohol

Verwirrtheit, Übelkeit, Depression bis hin zu Koma mit Unterkühlung

Nikotin (Tabak)

Krämpfe, Zuckungen, Speicheln, Erbrechen, schnelle Atmung, Lungenschädigung, später Lähmung und Kreislaufschock

Koffein

Erbrechen, Durchfall, Krämpfe, Übererregbarkeit, Herz-Rhytmus-Störung, Koma

Teebaumöl

Zittern, Taumeln, Unruhe, Abmagerung, Schwäche (besonders bei Katzen)

Weihnachtsstern

Reizungen/Verätzungen der Maulschleimhäute und Augenschleimhäute

Liliengewächse, Z.B. Maiglöckchen, Aronstab)

Nierenschädigungen

Cannabis

Herzrasen, erweiterte Pupillen, Krämpfe, Muskelzucken

Rosskastanie

Reizung Maulschleimhaut

Vogelbeere

Reizung der Magenschleimhaut, bei großen Mengen Atemnot und Krämpfe

Weitere Zimmer- und gartenpflanzen

Hierfür empfiehlt sich die Giftdatenbank der Universität Zürich mit ausführlichen Informationen und Bildern: https://www.vetpharm.uzh.ch/clinitox/ 

Insektizide (Insektenschutzmittel)

Organophosphate, Carbamate, Pyrethrine und Pyrethroide (Permethrin)

Erbrechen, Durchfall, Speicheln, Muskelzucken, Schwäche, Krämpfe, Tod

Pyrethrine und Pyrethroide: Vergiftungen v.a. bei Katzen, daher auf Kennzeichnung achten, ob zur Verwendung bei Katzen geeignet!

Rattengift

Warfarin, Indandione, Brodifacoum:
Erbrechen, Teilnahmslosigkeit, Blutgerinnungsstörungen (1-5 Tage nach Aufnahme) mit Blutarmut und Blutungen (blasse Schleimhäute, Hämatome)

Cholecalciferol:
Teilnahmslosigkeit, Abmagerung, vermehrtes Trinken und Wasserlassen

Zinkphosphid:
Akute Atemnot, Blutungen, Krämpfe, Tod bereits nach 3 Std möglich

Bromethalin:
Zentralnervöse Symptome: Krämpfe, Schwäche, Erschöpfung, Koma

Schneckenkorn (Metaldehyd)

Inkoordination, Ängstlichkeit, Muskelzuckungen, Tremor, Krämpfe, Speicheln, sehr hohes Fieber, Tod bereits nach 2 Std möglich

Blaukorn (Mehrstoffdünger)

Sollte nicht in Gärten angewendet werden, in denen Tiere Zutritt haben.

Durchfall, Erbrechen, Atemnot, Kreislaufprobleme, Reizung von Haut und Maulschleimhaut

Frostschutzmittel (Ethylenglykol)

Erbrechen, Gangstörung, vermehrtes Trinken, Muskelzucken, Krampfanfälle, akutes Nierenversagen

Metalle (Blei, Eisen, Zink) 

Blei, Eisen:
Erbrechen, Durchfall, Krämpfe, Teilnahmslosigkeit, Herz-Kreislauf-Kollaps, Hypotonie, Schock

Zink:
Gelbsucht, Blutarmut, Teilnahmslosigkeit

Medikamente für Menschen

Beispiele:

Antibaby-Pille
Durchfall, Anämie, Blutungen, Zyklusunregelmäßigkeiten oder auch Aborte, 
Einige Anti-Baby-Pillen enthalten hohe Eisenkonzentrationen, die zu Symptomen einer Eisenvergiftung führen können  

bestimmte Nicht Steroidale Antiphlogistika (Schmerz- und Entzündungshemmer): wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Diclofenac:
Magengeschwür, Nierenschädigung, Übelkeit, Erbrechen, Krampfanfälle, Koma, durchbrechendes Magengeschwür

Paracetamol:
Erbrechen, Bauchschmerzen, Blut im Urin
Katzen: bereits innerhalb 1 Stunde nach Aufnahme Blaufärbung Schleimhäute und Atemnot bis hin zu Tod

Es empfiehlt sich außerdem die Giftdatenbank der Universität Zürich mit ausführlichen Informationen und Bildern: https://www.vetpharm.uzh.ch/clinitox/  

Hinweis:
Diese Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit

Quellen:
Yin und Nolte (2014): Praxisleitfaden Hund und Katze, 3. Auflage, Schlütersche Verlag, S. 771 ff
Frey und Löscher (2010): Lehrbuch der Pharmakologie und Toxikologie für die Veterinärmedizin, 3. Auflage, Enke Verlag, S.599 ff
Kohn, Schwarz (2018): Praktikum der Hundeklinik, 12. Auflage, Enke Verlag, S. 215 ff